Dem drohenden Pflegenotstand entgegenwirken

Pflege muss in die Liste der Mangelberufe aufgenommen werden!

Neu eröffnete Alten- und Pflegeheime, in denen nicht alle Betten belegt werden können, weil nicht ausreichend gut qualifiziertes Personal vorhanden ist – in vielen Fällen ist das die Realität – und das wird jeden Tag schlimmer. Auch in der mobilen Pflege können bei Weitem nicht alle Stellen besetzt werden. Zudem ist das bestehende Pflegepersonal aufgrund des Personalmangels in vielen Fällen an der Grenze der Belastbarkeit angelangt. „Dem drohenden Pflegenotstand muss dringend entgegengewirkt werden“, fordert OÖ Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer. 

Aufgrund des drohenden bzw. punktuell schon vorhandenen Personalnotstands fordert der OÖ Seniorenbund die Aufnahme der Pflege in die Liste der Mangelberufe. „Unsere alten Menschen haben es sich verdient, qualitätsvoll betreut und gepflegt zu werden. Und das ist nur möglich, wenn ausreichend gut qualifizierte Pflegerinnen und Pfleger zur Verfügung stehen“, betont Pühringer. Angesichts der Prognose, dass bis 2025 mehr als 700 zusätzliche Pflegekräfte allein im stationären Bereich – rechnet man den mobilen Bereich mit ein, sind es 1.600 Personaleinheiten – benötigt werden, werde es wohl nicht ohne ausländische Pflegekräfte gehen, so Pühringer. Problematisch sei, dass Pflegepersonal oft nicht das für die Rot-Weiß-Rot-Karte nötige Mindesteinkommen erreicht. Wäre aber z.B. die Pflegeassistenz ein Mangelberuf, wäre dieses Mindesteinkommen nicht erforderlich.

Gleichzeitig fordert der OÖ Seniorenbund eine Imagekampagne und eine Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe. Ein wichtiger Schritt ist hier die Schließung der Ausbildungslücke zwischen dem 15. und 17. Lebensjahr, wo dem Pflegeberuf viele junge Leute verloren gehen, etwa durch die Schaffung eines Lehrberufs Pflege. „Es ist nicht 5 vor 12, sondern 5 nach 12 – daher verträgt die Problemlösung keine Vertagung mehr!“ unterstreicht Pühringer.



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