SB Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer: Schluss mit der Nullzins-Politik!

Denn die Nullzins-Politik ist eine Vermögenssteuer für die kleinen Sparer.

Auch wenn Mario Draghi Ende Oktober in den Ruhestand getreten ist, geht es mit der Nullzins-Politik weiter. Denn seine Nachfolgerin als EZB-Chefin Christine Lagarde hat angekündigt, dass sie die Politik ihres Vorgängers grundsätzlich fortführen will. „Diese Ankündigung ist für Sparer, unter ihnen viele Seniorinnen und Senioren, die sich über viele Jahre mühsam etwas zusammengespart haben, eine Drohung“, stellte Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer bei der heutigen Landevorstandssitzung des OÖ Seniorenbundes fest. Denn die niedrigen Sparzinsen treffen vor allem jene „kleinen“ Sparer, die nicht auf andere Anlageformen ausweichen können, also auch besonders Seniorinnen und Senioren – sie verlieren durch die jahrelangen de facto Null-Zinsen Geld und angespartes Vermögen. 

Wie gewaltig die Auswirkungen der Nullzins-Politik der EZB für die Bürger bzw. für die Sparer im Land sind, zeigt eine Berechnung der deutschen Zentralbank: Zwischen 2010 und 2019 haben Deutschlands Sparer durch die Niedrigzinsen 648 Milliarden Euro verloren. Rechnet man dies auf österreichische Verhältnisse um, würden es etwa 10% sein. Es sei also nicht verwunderlich, dass aus Deutschland – beginnend beim Sparkassenpräsidenten Helmut Schleweis, über den Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann bis zu namhaften Politikern mit dem bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder an der Spitze – heftige Proteste kommen, so Pühringer: „Auch in Österreich haben sich schon manche Bankmanager geäußert, aber der Aufschrei, insbesondere der Politik, sollte viel deutlicher und lauter sein.“

Der OÖ Seniorenbund müsse sich hier als Interessensvertretung der Senioren stark machen, denn wie Umfragen aus Deutschland beweisen, seien der Mittelstand und Bezieher kleinerer Einkommen, insbesondere auch Pensionistinnen und Pensionisten, am meisten von dieser verfehlten Politik betroffen. Was am Anfang der Wirtschaftskrise nach 2009 durchaus seine Berechtigung hatte, nämlich mit der Nullzins-Politik und den massiven Käufen von Staatsanleihen hochverschuldeten Staaten zu Hilfe zu kommen, sei gegenüber den Sparern mittlerweile ein echtes „Foul“ geworden, denn die Nullzins-Politik sei wie eine Steuer, eine Vermögenssteuer, die aber vor allem die vielen „Kleinen“ treffe, erklärt der Seniorenbund-Landesobmann.

„Zurecht stellt der ehemalige Ministerpräsident Bayerns, Edmund Stoiber, im „Bayernkurier“ fest, dass die EZB zur Einführung von Steuern nicht befugt ist. Und ich füge hinzu: Da ist den Senioren mehr Geld genommen worden, als ihnen in den letzten Jahren an Pensionsanpassungen gewährt wurde!“, betont Pühringer, der ein sofortiges Ende der Nullzins-Politik fordert.

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