So einsam fühlten sich die Seniorinnen und Senioren während der Corona-Krise

Seit 2018 führt der OÖ Seniorenbund mit dem IMAS-Institut jährlich eine repräsentative Umfrage über die Anliegen, Sorgen und Wünsche der Generation 60+ in Oberösterreich durch.

 

Aufgrund des Coronavirus und der damit einhergehenden Maßnahmen zur Eindämmung, hat in diesem Jahr auch die Frage, welche Auswirkungen dieses Situation in punkto Einsamkeit auf die Seniorinnen und Senioren hatte, eine wichtige Rolle bei dieser Umfrage gespielt.
Die repräsentative Umfrage wurde im Zeitraum von 2. Juni bis 1. Juli 2020 mit 413 Personen in Oberösterreich, die 60 Jahre oder älter sind, in Form von persönlichen Interviews durchgeführt.

 

Täglicher Kontakt zu anderen spielt eine große Rolle im Seniorenleben

Jeder zweite Oberösterreicher ab 60 Jahren hält es für sehr wichtig, dass man jemanden in der Nähe hat, mit dem man täglich reden kann sowie dass man auch den Lebensabend in den eigenen vier Wänden verbringen kann. Weniger Bedeutung hat hingegen der Aspekt, dass man als älterer Mensch bei den Kindern oder Verwandten wohnen kann, nur jeder fünfte Befragte erachtet dies als sehr wichtig.

 

Starker Wunsch nach mehr Kontakt

Während der Corona Krise hat jeder elfte Oberösterreicher ab 60 Jahren ein starkes Gefühl der Einsamkeit erfahren hat. Ein knappes Drittel gibt an, in dieser Zeit etwas einsam gewesen zu sein. Ein weiteres knappes Drittel schließt dieses Gefühl vollkommen aus.

Jeder Fünfte der Generation 60+ gibt an, sich täglich einsam zu fühlen. Stadtbewohner weisen hier häufigeres Vorkommen der Einsamkeit auf als Landbewohner, insbesondere was die tägliche Einsamkeit betrifft. Im Trendvergleich zu 2019 ist folgende Entwicklung zu beobachten: Erstens hat der Anteil der Senioren zugenommen, die täglich an Einsamkeit leiden und zweitens hat der Anteil jener abgenommen, die nie bzw. seltener als alle 2 Monate ein Einsamkeitsgefühl erfahren.

In den kommenden Monaten wünschen sich rund drei Viertel der Befragten zumindest etwas mehr Kontakt. Kaum jemand sehnt sich nach weniger Kontakt. Stadtbewohner, ältere Senioren und Männer wünschen sich überdurchschnittlich häufig viel mehr Kontakt mit anderen Menschen.

 

Kinder sind häufigste Notfallkontakte

Bei einem persönlichen Notfall sind überwiegend die Kinder die innerhalb einer Stunde erreichbaren Notfallkontakte der Befragten. Für 79 % trifft dies zu. Für mehr als die Hälfte sind die Gattin bzw. der Gatte, die Lebensgefährtin bzw. der Lebensgefährte im gemeinsamen Haushalt (56 %) oder Bekannte (54 %) in einem Notfall erreichbar.

Im Durchschnitt der konkreten Nennungen werden in dieser Fragestellung 2,6 % genannt, wobei 21 % nur eine Person nennen, 30 % zwei Personen und 49 % drei oder mehr Personen als Notfallkontakt angeben.

 

OÖ Seniorenbund engagiert sich im Kampf gegen die Einsamkeit

Der OÖ Seniorenbund nimmt diese Herausforderung sehr ernst und engagiert sich im Kampf gegen die Einsamkeit, schließlich gehört dies zu den Kernaufgaben. Einsamen Menschen Zeit und Nähe zu schenken, ist für die rund 430 gut funktionierenden Ortsgruppen ein Dauerauftrag.  

Einige Beispiele:  

  •  Regelmäßige Besuchsdienste bei Kranken oder Bettlägerigen
  • Bewusste Einbeziehung alleinlebender Menschen in die Programme auf Ortsebene
  • Ein Reiseprogramm, das sich auch besonders an Alleinstehende richtet, so dass dabei schon viele neue Freundschaften entstanden sind
  • Angebote wie Senioren- oder Generationskaffees, Wander- und Spaziernachmittage, gemeinsame Feste, Gesprächsbereitschaft, Sprechtags- und Informationsdienst und vieles mehr
  • Weiterer Ausbau der EDV-Schulungs- und Informationsangebote – so kann man auch in Krisen-Zeiten mit Kindern und Enkelkindern in Kontakt bleiben.

Bildquelle: OÖ Seniorenbund



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