2021 muss das Jahr der Pflege werden

Der OÖ Seniorenbund fordert eine rasche Umsetzung der angekündigten Pflegereform!

Die demografische Entwicklung sorgt dafür, dass in den nächsten Jahren ein enormer Anstieg der Zahl pflegebedürftiger Menschen eintreten wird. Bis zum Jahr 2050 werden doppelt so viele über 80-Jährige in Österreich leben wie noch im Jahr 2020. Nach Schätzung des WIFO werden sich die Kosten des Bundes für den Pflegebereich von drei Milliarden auf 9 Milliarden verdreifachen, die Kosten der Länder und der Privatpersonen noch nicht hinzugerechnet.

Der stetig steigende Bedarf an Pflegebetreuung steht einer sinkenden Zahl an Pflegekräften gegenüber. Derzeit sind in Österreich rund 63.000 Personen im Bereich der Alterspflege beschäftigt. Bis zum Jahr 2030 werden über 100.000 zusätzliche Pflegefachkräfte benötigt. Einen wesentlichen Beitrag zur Pflege leisten zudem pflegende Angehörige. Rund 947.000 Österreicherinnen und Österreicher sind direkt an der Pflege und Betreuung eines Familienangehörigen beteiligt. Die Pflege zu Hause kommt dem Staat günstiger als jene in stationären Einrichtungen – auch die 24-Stunden-Pflege. Deshalb muss sichergestellt werden, dass auch in Zukunft die Pflege zu Hause weiter gefördert wird. 

„Die Corona Pandemie hat die Pflege einerseits in den Schatten gestellt, andererseits aber auch Schwächen unseres Pflegesystems deutlich sichtbar gemacht, vor allem die Auslandsabhängigkeit - insbesondere in der mobilen Pflege. Schuldzuweisungen wären fehl am Platz, wir hoffen, dass nun, nachdem mit der Impfung die Pandemie in die Endphase geht, die Pflege wieder die entsprechende Dringlichkeit bekommt. 2021 muss zum Jahr der Pflege werden, denn die Thematik duldet, wie Corona erneut deutlich gemacht hat, keinen Aufschub mehr! Wir standen knapp vor der Kippe des Pflegesystems, das muss eine deutliche Warnung sein.“, drängt Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer auf eine rasche Bearbeitung der Pflegeagenden.

Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner weist auf die bestehende Problematik in Pflegeheimen in Bezug auf Demenz ein: „Zwischen 60 bis 80 Prozent der Bewohner weisen Demenz in verschiedener Graden auf. Diese fordert sehr großen persönlichen Einsatz der Pfleger - es braucht zudem mehr personelle Ressourcen.“ 

Forderungen nach einer Personaloffensive in der Pflege, der Einführung eines Bonus-Malus Systems für eine besser Vorsorge, der Entlastung von pflegenden Angehörigen, einer besseren Finanzierung der 24-Stunden-Betreuung, dem Ausbau der Palliativ- und Hospizangebote sowie der Fokussierung auf Demenz zählen zu den wesentlichen Eckpunkten des OÖ Seniorenbundes.

 

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