Pflege zu Hause muss für die Pension angerechnet werden

OÖ Seniorenbund fordert automatische Pensionsversicherung für alle pflegenden Angehörigen.

„Die Familie ist der größte Pflegeplatz in unserem Land, ohne pflegende Angehörige würde das System sofort zusammenbrechen. Die Pflege eines Angehörigen ist auch eine Arbeit, und zwar eine sehr herausfordernde, und muss auch so gesehen werden. Daher fordern wir eine automatische Pensionsversicherung für alle pflegenden Angehörigen in allen Pflegestufen“, betont Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer.

Häufig müssen pflegende Angehörige beruflich kürzer treten und finanzielle Einbußen, vor allem auch im Hinblick auf die Pension, hinnehmen. „Daher ist der Erwerb von Pensionsversicherungszeiten aufgrund der Pflege eines Angehörigen ein wichtiger Schritt zur finanziellen Absicherung sowie ein Zeichen der Wertschätzung der pflegenden Angehörigen“, erklärt Pühringer, denn es dürfe nicht sein, dass jemand, der sich um seine Angehörigen kümmert, deswegen von Altersarmut bedroht oder betroffen ist.  

Aktuell gibt es für pflegende Angehörige die Möglichkeit der Selbst- oder Weiterversicherung, wobei für beide Pflegestufe 3 Voraussetzung ist. Denn ab Stufe 3 wird davon ausgegangen, dass die Pflege die Pflegeperson überwiegend in Anspruch nimmt und damit eine Erwerbstätigkeit ausschließt. Die Bemessungsgrundlage orientiert sich bei der Weiterversicherung am vorherigen Verdienst, bei der Selbstversicherung ist es ein Fixbetrag. Pensionsbezieher sind von diesen Möglichkeiten ausgeschlossen.

 

Um pflegende Angehörige besser abzusichern und die Pflege zu Hause auch finanziell attraktiver zu machen, sollen diese Hürden künftig beseitigt werden – und war mit einer Pensionsversicherung aufgrund der Pflege eines nahen Angehörigen. Diese sollte wie folgt aussehen:

  • Kostenlose Versicherung in der Pensionsversicherung bereits ab Pflegegeld-Stufe 1, um die unterschiedliche Intensität der Pflegearbeit zum Ausdruck zu bringen und entsprechend in der Beitragsleistung abzubilden.
  • Abstufung der zuzuordnenden Beitragsgrundlage entsprechend der Pflegestufe.
  • Keine Erwerbseinschränkung, um potenziellen pflegenden Angehörigen die Entscheidung für die Pflege zu erleichtern, da sie sich nicht mehr zwischen Pflege und Erwerbstätigkeit entscheiden müssen.
  • Keine Unterscheidung, ob vor Erbringung der Pflege Erwerbstätigkeit vorliegt oder nicht.
  • Die Versicherung auch für Pensionsbezieher ermöglichen (jährliche Neuberechnung), damit für die gleiche Tätigkeit auch die gleiche Versicherungsmöglichkeit besteht.