Politfaktor Generation 60+

Die Generation 60+ ist wahlentscheidend!

„Nach den Wahlen im Herbst kann nur eine starke Volkspartei dem Regierungsprogramm wieder ihre klare Handschrift geben. Ob dies gelingt, hängt insbesondere von der Generation 60+ ab“, betont Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec. „Wir gehen besonders verlässlich zur Wahl und wir wählen besonders verlässlich die Österreichische Volkspartei. Für die Fortführung des geplanten Weges sind wir daher unverzichtbar. Unser Wahlverhalten ist wahlentscheidend und zukunftsweisend“, sagt sie. 

Besonders deutlich wurde das zuletzt bei der EU-Wahl am 26. Mai. Zwar war die Wahlbeteiligung bei allen Altersgruppen in etwa gleich, jedoch hat keine andere Altersgruppe der Volkspartei mehr den Rücken gestärkt als die Generation 60+. 

 

Der Seniorenbund engagiert sich generationsübergreifend 

„Die Seniorinnen und Senioren kümmern sich um weit mehr als ihre Pensionsansprüche. Vielmehr ist die Arbeit des Österreichischen Seniorenbundes von generationsübergreifendem Denken geprägt“, betont Korosec. Viele Themen auf der Seniorenbund-Agenda betreffen auch andere Altersgruppen wie Mütter mit Kindern, Pendler oder Selbstständige: 

  • Mobilität und Ausbau des öffentlichen Verkehrs 
  • Erhalt/Ausbau der Infrastruktur, vor allem im ländlichen Raum (Geschäfte, Kultureinrichtungen, Gasthäuser) 
  • Zugang zu medizinischer Versorgung (flächendeckende Versorgung oder Möglichkeiten wie Shuttledienste, um den Arzt im Nachbarort etc. zu erreichen) 
  • Digitalisierung (flächendeckendes Breitbandinternet) 

„Daher ist es sehr wichtig, die ältere Generation auch auf Bundes-, Länder- und Gemeindeebene einzubinden. Das ist aber leider keine Selbstverständlichkeit und muss von uns immer wieder eingefordert werden“, betont Korosec. Was das bedeutet, erklärt sie anhand des folgenden Beispiels: 

  • Seniorinnen und Senioren sind nicht in der Vertretung der neuen Gesundheitskasse, obwohl sie ein Drittel der Beiträge zahlen (4,1 Milliarden Euro) und ihr Beitrag mit 5,1 % deutlich höher als jener der Erwerbstätigen und Arbeitgeber ist. Die Mitsprache ist aber in §24 (3) des Bundes-Seniorengesetzes verankert. Der Seniorenrat brachte daher Verfassungsklage ein und fordert 3 der 12 Verwaltungsratssitze in der neuen Österreichischen Gesundheitskasse. 

„Es ist untragbar, dass die ältere Generation bei vielen Entscheidungsprozessen immer noch nicht eingebunden wird“, sagt Korosec. Die geplante Steuerreform war ein positives Gegenbeispiel für den generationsübergreifenden Dialog. Allein der Sozialversicherungsbonus hätte älteren Menschen jährlich bis zu 265 Euro gebracht. Bezieherinnen und Bezieher einer Ausgleichszulage hätten von geringeren Lohn- und Einkommenssteuersätzen profitiert. „Diese wichtigen Entlastungen, nicht nur für die Generation 60+, sind längst überfällig. Hier darf es keinen Stillstand geben. Ich fordere daher weiterhin die rasche Umsetzung dieser Reformen“, so Korosec mit Nachdruck. 

 

Pflege ist keine reine Kostenfrage! 

Vor einer Reform muss man sich von der Vorstellung verabschieden, dass Pflege und Betreuung nur Kosten verursachen würden. Denn die Ausgaben für Pflege durch die öffentliche Hand sind im internationalen Vergleich sehr moderat, der Rückfluss durch Steuern und Abgaben und die Wirtschaftsimpulse, insbesondere was die Beschäftigung angeht, sind aber beträchtlich. Parallel zu den Kosten steigen folglich auch die Rückflüsse in den Staatshaushalt sowie Steuern und Abgaben durch direkt und indirekt in den Pflegesektor involvierte Personen. 

Rechenbeispiel: 2015 beliefen sich die Bruttoausgaben für Mobile Pflege und Betreuung auf 592 Millionen Euro. Das generierte eine (in)direkte Wertschöpfung von 530 Millionen Euro. Rechnet man aber weitere Effekte inklusive positiver Konsumeffekte (Ausgaben, die in der Pflege und Betreuung angestellte Personen mit ihren Gehältern tätigen) mit ein, ergibt sich eine Wertschöpfung von einer Milliarde Euro, also das 1,69-fache der Kosten. Davon sind 419 Millionen Euro Steuern und Sozialversicherungsausgaben. 

 

Demenz muss beim Pflegegeld höher bewertet werden! 

Die Relevanz des Themas Demenz steigt in unserer Gesellschaft sehr rasch. Das zeigt alleine die Tatsache, dass es derzeit in Österreich etwa 130.000 von Demenz Betroffene gibt und die Zahl bis zum Jahr 2050 auf etwa 240.000 steigt. Es wäre aber zu kurz gegriffen, dieses Thema nur anhand der Zahl der Betroffenen zu beurteilen, denn gibt es einen Demenzfall, ist in aller Regel die gesamte Familie „mitbetroffen“. 

Es ist ganz entscheidend, dass der Würde der Demenzkranken in jeder Phase entsprochen wird. Dies geht natürlich mit großem Personaleinsatz und den damit verbundenen Kosten einher. Daher fordert der Seniorenbund im Zuge der Debatte über die Pflegegelderhöhung, dass Demenz deutlich besser bewertet wird (Mehrbetreuungsstunden), als dies derzeit der Fall ist – und zwar in allen Pflegestufen. Denn der Demenzkranke braucht einerseits Pflege, aber vor allem auch viel Aufmerksamkeit, die ihm nur von Betreuern, die ja in erster Linie die Familienangehörigen sind, gegeben werden kann. Das Thema darf daher auch in der aktuellen politischen Situation keine Verzögerung erfahren. 

 

Österreichischer Seniorenbund 

  • rund 300.000 Mitglieder in ganz Österreich -> fast 77.000 davon in Oberösterreich 
  • in 9 Landesorganisationen und über 2.200 Orts- und Bezirksgruppen flächendeckend organisiert -> der OÖ Seniorenbund hat aktuell 425 Ortsgruppen 
  • wird ausschließlich von ehrenamtlichen Obleuten geführt – ein großes und dichtes Netzwerk von mehr als 50.000 aktiven Freiwilligen -> in Oberösterreich gibt es ca.10.000 ehrenamtliche Funktionäre 

 

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LO LH a.D. Dr. Josef Pühringer und Präs. Korosec bei der heutigen Pressekonferenz (OÖ Seniorenbund).