Rascher Handlungsbedarf beim Pflegepersonal

Es geht hier um die Würde der Menschen im letzten Lebensabschnitt und das muss höchste Priorität haben.

Angesichts der demografischen Entwicklung sieht Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer bei der Pflege vor allem in der Personalfrage raschen Handlungsbedarf. „Das Personal ist in der Absicherung der Pflege die zentralste aller Fragen. Genügend gut aus gebildete Pflegerinnen und Pfleger sind das Um und Auf“, betont Pühringer. Punktuell gebe es schon jetzt einen Personalnotstand in Pflegeheimen und vor allem bei der mobilen Pflege, wo zahlreiche offene Stellen nicht besetzt sind. 

Drei Maßnahmen sind hier laut Pühringer unabdingbar:

  • Erstellung eines Masterplans Pflege – genaue Dienstpostenplanung anhand der Entwicklung der Hochbetagten, schließlich nimmt die Zahl der Hochbetagten innerhalb eines 80-jährigen Menschenlebens (1970 bis 2050) um das 12-fache (österreichweit von 50.000 auf 600.000 Menschen) zu.

  • Als Sofortmaßnahme müssen die Pflegeberufe attraktiver gestaltet werden. Der OÖ Seniorenbund schlägt hier auch eine Kampagne für die Bewerbung von Pflegeberufen vor.

  • Die Schaffung eines Lehrberufs Pflege muss rasch angegangen werden – in Anbetracht der rasanten Zunahme der Hochbetagten wird in Zukunft deutlich mehr Personal nötig sein, als laut Vorausschau zur Verfügung stehen wird. 

„Im Bereich der Pflege ist es nicht fünf vor zwölf, sondern Punkt zwölf, daher muss ich als Obmann der größten Seniorenorganisation unseres Landes mit 76.000 Mitgliedern, den Alarmknopf drücken. Es geht hier um die Würde der Menschen im letzten Lebensabschnitt und das muss höchste Priorität haben“, betont Pühringer abschließend.