Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer: „An der Pflegelehre führt kein Weg vorbei!“

Über 400 Pflegebetten stehen in Oberösterreichs Alten- und Pflegeheimen leer, obwohl die Wartelisten auf einen Pflegeplatz immer länger werden. „Dieser Zustand ist nicht neu, seit geraumer Zeit ändert sich daran kaum etwas und die Zahl der freien Pflegeplätze ist eher im Steigen als im Sinken. Gleichzeitig nimmt die Zahl der hochbetagten Menschen im Land in den kommenden Jahren stark zu“, betont Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer Mittlerweile seien es nicht mehr nur Pflegeheime im ländlichen Raum, auch im städtischen Raum werde die Personalnot immer mehr schlagend. Verschiedene Versuche, mehr junge Menschen für den Pflegeberuf zu begeistern, hätten bisher nur wenig Erfolg gebracht.

 

Die Geburtsjahrgänge der Jungen, aus denen die zukünftigen Pflegerinnen und Pfleger kommen, sind geburtenschwache Jahrgänge, die Jahrgänge, die ins Hochbetagten-Alter kommen, sind deutlich stärker als in den letzten Jahren. Folglich geht die Schere immer weiter auseinander, was die Situation erschwert. „Daher müssen wir den Versuch der Pflegelehre starten“, fordern Pühringer und Seniorenbund-Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner. „Denn, wenn man sich am Ende der Pflichtschule für den Lehrberuf Pflege entscheiden kann, hat dies gegenüber einem späteren Berufseinstieg sicher Vorteile. Und es darf erwartet werden, dass sich dadurch mehr Jugendliche für diesen Beruf entscheiden“, erklärt Ebner. Außerdem spreche ein Lehrberuf Pflege auch Jugendliche an, die sich vielleicht andere Ausbildungswege nicht zutrauen, aber durchaus die menschlichen, sozialen und fachlichen Voraussetzungen für den Beruf mitbringen.

Natürlich müsse man die Lehrausbildung richtig gestalten: Am Anfang muss der theoretische Teil der Lehrausbildung stehen und erst in weiterer Folge der praktische. „Aber den Einstieg unmittelbar nach dem Pflichtschulabschluss zu ermöglichen, lässt erwarten, dass nicht so viele Jugendliche für den Pflegeberuf verloren gehen“, so Pühringer und Ebner. 

Es sei keine Frage, dass es daneben noch eine Reihe von weiteren Maßnahmen brauche, um allen Betroffenen eine verlässliche, hochwertige Pflege zu garantieren, vor allem die Aufwertung der Pflege Zuhause, Verbesserungen für die pflegenden Angehörigen, ein neues Finanzierungsmodell für die 24-Stunden-Pflege, Präventionsmaßnahmen, usw. „Das vom Bund versprochene gesamtheitliche Pflegemodell sollte rasch vorgelegt werden, ungeachtet dessen, könnte aber die Pflegelehre sehr schnell umgesetzt werden“, unterstreichen Pühringer und Ebner abschließend.

Bildquelle: OÖ Seniorenbund