Seniorenbund-Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer: Automatisches Pensionssplitting ist ein wirkungsvoller Schritt gegen weibliche Altersarmut

Anlässlich des Weltfrauentags am kommenden Sonntag fordert der OÖ Seniorenbund die rasche Umsetzung wirkungsvoller Schritte gegen die weibliche Altersarmut. Neben dem durchschnittlich geringeren Lohn (die Lohnschere zwischen Männern und Frauen beträgt rund 15%) wirken sich vor allem auch Kindererziehung und Pflege zu Hause für viele Frauen in der Pension negativ aus.

Denn 47,7 % der Frauen arbeiten wegen Kindererziehung oder Pflege in Teilzeit. Diese verkürzten oder gebrochenen Erwerbsbiografien haben schwerwiegende Folgen: Frauen erhalten im Schnitt 42 % weniger Pension, 26 % der Frauen über 60 Jahre (aber nur 15 % der Männer) sind armutsgefährdet.

„Daher ist das im Regierungsprogramm vorgesehene automatische Pensionssplitting ein richtiger und wichtiger Schritt gegen die Altersarmut“, betont Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer. „Das ist ein gerechter Ausgleich und auch eine Anerkennung dafür, dass Frauen beruflich oft für die Familie zurückstecken“, so Pühringer. Beim automatischen Pensionssplitting werden dem Elternteil, der sich um die Kindererziehung kümmert, bis zu 50 % der Pensionsansprüche des Partners zugerechnet. Pensionssplitting war bisher freiwillig, wurde aber kaum genutzt. In Zukunft ist es der Regelfall, mit einer freiwilligen Opt-Out Möglichkeit.

Des Weiteren sollte auch eine automatische Pensionsversicherung für pflegende Angehörige eingeführt werden – auch hier sind es meist die Frauen, die sich um ihre Eltern/Schwiegereltern kümmern, wenn sie pflegebedürftig werden und nicht selten dafür beruflich zurückstecken. „Der OÖ Seniorenbund fordert daher schon seit längerem, dass bei der Pflege eines nahen Angehörigen automatisch Pensionsversicherungszeiten erworben werden“, so Seniorenbund Landesgeschäftsführer Mag. Franz Ebner. „Diese Pensionsversicherung sollte ab Pflegestufe 1 möglich sein und die Beitragsgrundlage entsprechend der Pflegestufe angepasst werden“, erklärt Ebner.

„Es muss ein vordringliches Ziel von Politik und Gesellschaft sein, der weiblichen Altersarmut entgegenzuwirken, denn es darf nicht sein, dass jemand, der sich um seine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige kümmert, von Altersarmut bedroht oder betroffen ist. Hier müssen rasch Maßnahmen gesetzt werden“, fordern Ebner und Pühringer abschließend. 

Bildquelle: OÖ Seniorenbund