Unsere Gesellschaft wird sich sukzessive verändern

Die Babyboomer kommen in Pension!

„In den nächsten Jahren werden die geburtenstärksten Jahrgänge in der Geschichte unseres Landes ins Pensionsalter einrücken. Darauf haben wir uns vorzubereiten“, betont Seniorenbund Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer.

Derzeit gehören rund 365.000 Landsleute in Oberösterreich der Generation 60+ an. Alleine in den nächsten 5 Jahren werden zusätzlich mehr als 127.000 Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Generation 60+ eintreten. Denn die Jahrgänge ab 1955 waren in unserem Land die geburtenstärksten in der Geschichte. Die Entwicklung wird 2028 ihren Höhepunkt erreichen und dann wieder ganz leicht zurückgehen. Man könne sich ausrechnen, so Pühringer, dass dies massive Auswirkungen auf die Pensionskassen haben wird. Dazu komme, dass wir – Gott sei Dank – immer länger leben, schließlich steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung jährlich um ca. 2 Monate.

„Das heißt: Immer weniger Menschen in der Arbeit, immer mehr in der Pension“, stellt Pühringer fest. Auch die Zahl der Beschäftigten werde in den nächsten Jahren steigen, aber das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Pensionisten gerate weiter aus dem Lot. „Natürlich können die Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1965 nichts dafür, dass sie so stark sind und sie werden auch das Pensionssystem nicht ins Wanken bringen. Aber die Gesellschaft muss sich gesamtheitlich auf diese Veränderungen einstellen, denn es hat natürlich Auswirkungen, wenn ein Drittel der Bevölkerung älter als 60 ist“, so Pühringer weiter. Das gilt für die Bereiche Gesundheit, Nahversorgung, Mobilität – eigentlich für alle Lebensbereiche. Die Gesellschaft verändert sich grundlegend.

Entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Pensionssystems ist natürlich eine gute Konjunktur. Es müssen aber ganz sicher noch mehr Maßnahmen gesetzt werden, um das tatsächliche näher an das gesetzliche Pensionsantrittsalter heranzuführen. „Natürlich braucht es – ob wir wollen oder nicht – in einiger Zeit – nicht jetzt – den Mut, über das Verhältnis zwischen Arbeitszeit auf der einen Seite und Pensionszeit auf der anderen Seite zu diskutieren“, so Pühringer. Letztlich sei es sehr positiv, wenn alle älter werden. Entscheidend sei auch, dass der Zeitpunkt der Pflegebedürftigkeit immer später eintritt.