Qualitätszertifikate für die 24-Stunden-Pflege

OÖ Seniorenbund fordert verpflichtende Qualitätszertifikate für 24-Stunden-Pflege.

Wir leben in einer alternden Gesellschaft – in Oberösterreich wird die Anzahl derer, die 60 Jahre oder älter sind bis 2050 auf 34% steigen, 2013 waren es 23%. Den stärksten Zuwachs wird es bei der Altersgruppe der Hochbetagten (85 Jahre und älter) geben, deren Zahl in Oberösterreich von ca. 40.000 in den nächsten 30 Jahren auf ca. 115.000 ansteigen wird. Damit wird naturgemäß auch der Pflegebedarf zunehmen. Diese Tendenz spiegelt sich auch beim Pflegegeld-Bezug wider, hier werden die Bezieher von derzeit rund 70.000 auf rund 126.000 im Jahr 2040 steigen. Viele ältere Menschen, die den Alltag nicht mehr alleine bewältigen können, haben aber dennoch den Wunsch, in den eigenen vier Wänden zu altern. Hier hat sich die 24-Stunden-Betreuung als wichtige Säule unseres Pflegesystems etabliert. In ganz Österreich werden derzeit rund 25.000 Menschen von mehr als 62.000 Betreuern, vorwiegend aus Osteuropa, auf selbstständiger Basis betreut. Die Vermittlung der Personenbetreuer erfolgt in der Regel über Agenturen.

Landesobmann LH a.D. Dr. Josef Pühringer: „In Anbetracht der demografischen Entwicklung und des damit steigenden Pflegebedarfs ist es sehr wichtig, eine hohe Qualität der 24-Stunden-Pflege zu gewährleisten.“ Daher fordert der OÖ Seniorenbund, dass ab 1.1.2019 ausschließlich nach einheitlichen Normen zertifizierte Agenturen zur Vermittlung von Personenbetreuern zugelassen werden. Die Einhaltung der Normen muss auch in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Eine wichtige Voraussetzung für die Zertifizierung ist die geeignete Ausbildung der Betreuer. „Personenbetreuer ohne ausreichende Qualifikation dürfen in Zukunft nicht mehr vermittelt werden. Unsere älteren Mitmenschen haben es sich verdient, gut betreut zu werden und in Würde und Sicherheit zu altern“, betont Pühringer. Darüber hinaus würde eine Zertifizierung auch einen fairen Umgang mit den Betreuern gewährleisten. Mit einem Qualitätszertifikat könnte dem Agenturwildwuchs – derzeit gibt es in Österreich rund 700 registrierte Vermittlungsagenturen – entgegengewirkt und unseriöse Agenturen verdrängt werden. Es gibt bereits jetzt Agenturen, die sich freiwillig zertifizieren lassen und sich damit zu hohen Qualitätsstandards bekennen.